geo-net
„Stolpersteine“ contra Gedenkstein in der Schuhstraße
eine Übersicht über das Pro und Contra
In der Sitzung vom 1. Oktober 2006 entschied sich der Stadtrat für die Aufwertung des Gedenksteins für die einstige jüdische Gemeinde in der Schuhstraße. Damit wurde zwar nicht formal über die „Stolpersteine“ entschieden, doch es begann eine angeregte kontroverse öffentliche Diskussion. Wir möchten hier die wichtigsten Äußerungen der Diskussion darlegen:
MainPost
Gerolzhofen 28.04.2006
Wertvoller als ein Stein in der "Ecke"
Zur Reaktion der
CSU Geo auf
die Aktion
"Stolpersteine":
Die Aktion Stolpersteine, die in vielen Städten (auch in meiner Heimatstadt Solingen, vor dem Haus in dem ich meine Kindheit verbrachte) durchgeführt wird, empfinden wir als eine gute und zum Gedenken der Opfer angemessene Idee.
Wir waren sehr
enttäuscht, dass die Fraktion der CSU und deren Vorstandschaft sich dagegen
ausgesprochen haben. Warum muss man solche Ideen so abschmettern? Steht in
einem Ort wie Gerolzhofen Parteipolitik über einer guten Sache? Wir empfanden
den Gedenkstein in der Schuhstraße eingeklemmt zwischen den Häusern schon immer
sehr beschämend für eine Stadt wie Gerolzhofen. Wer nimmt ihn wahr? Wer bleibt
im Gedenken davor stehen?
Auch eine
optische Aufwertung kann unserer Meinung nach nicht helfen ihn ins angemessene
Licht zu setzten. Weder auf eine Tafel noch auf einzelnen Stolpersteinen können
aller Menschen gedacht werden, denen Unrecht geschah. Die Steine können aber an
einigen Stellen aufmerksam machen, wo einzelne Menschen und Familien gelebt
haben und dort stellvertretend für andere Menschen stehen.
Viele kleine
"Stolpersteine" sind pädagogisch wertvoller, als ein Stein in der
"Ecke". Wir würden uns freuen, wenn sich viele Menschen mit dem
Gedenken befassen würden und auch in christlichen Vereinen und Verbänden, in
Kirchenvorstandschaft und Pfarrgemeiderat darüber diskutiert würde, ob die
Aktion nicht unterstützenswert ist.
Christoph und
Barbara Bäumer
97477 Gerolzhofen
MainPost Gerolzhofen 04.05.2006
Verklausuliertes Schamgefühl
Zum Bericht
"Statt Stolpersteine lieber Gedenktafel" vom 15. April:
Die CSU
Gerolzhofen scheint durch die Anregung der geo-net-Liste, vor den ehemaligen
Häusern deportier-
ter Gerolzhöfer
Juden "Stolpersteine" auszulegen, selbst einigermaßen ins Stolpern
geraten zu sein.
Von einer
Diskussion ist in dem Bericht freilich nicht die Rede, eine Diskussion etwa
darüber, ob es
nicht vielleicht
langsam an der Zeit wäre, auch die Namen der Täter zu publizieren, anstatt
einem neuen
Trend folgend auf
den ohnehin überall nachlesbaren Namen der Opfer herumzutrampeln.
Dem
Lippenbekenntnis des Kandidaten ("klares Bekenntnis gegen das
Vergessen") folgte jedoch offenbar
nur der
"einmütige" Beschluss, die Erinnerung an die Verbrechen in eine -
selbst der örtlichen Jung-Fa-
scho-Szene -
nicht auffallende Nische in der Schuhstraße abzudrängen. Peinlich ist dabei die
Be-
gründung, man
wolle der "Gefahr" vorbeugen, einige irgendwie vielleicht betroffene
Hauseigentümer
könnten sich
kompromittiert fühlen und das Anbringen der Steine ablehnen.
Na und, möchte
man fragen, warum lässt man es nicht darauf ankommen? Es wäre doch viel gegen
das Vergessen
getan, wenn auch nur ein oder eine Handvoll Hausbesitzer (mehr können es doch
gar nicht
mehr sein) mit
ihrer öffentlichen Ablehnung so etwas wie Unbehagen, Scham oder Schuldgefühl
öffentlich zum Ausdruck brächten.
So muss man wohl
damit zufrieden sein, dass sich die Mehrheitsfraktion vorbeugend für jene
schämt, die eventuell Grund haben könnten, sich rechtfertigen zu müssen.
Verklausuliertes
Schamgefühl nur, aber öffentlich geäußert, immerhin.
Martin Frey
97447 Gerolzhofen
MainPost
Gerolzhofen 26.05.2006
Stolpersteine nicht übereilt verwerfen
Zur Diskussion um
die Aktion "Stolpersteine" in Gerolzhofen:
Vor kurzem jährte
sich der Tag der Einweihung des Denkmals für die während der NS-Zeit
deportierten und ermordeten Juden in Berlin. Anlässlich dieses Jahrestages
sagte Bundestagsvizepräsident Thierse, der Holocaust werde "der Stachel im
Fleisch Deutschlands" bleiben. Mit diesem Satz im Kopf habe ich mir ganz
bewusst das Gerolzhöfer Denkmal angesehen: Abseits in der Schuhstraße gelegen,
ein kleines, recht unscheinbares Rasenquadrat, einige naturnahe Sträucher, ein
schlichter Stein. Die Inschrift darauf wirkt auf mich verharmlosend, glättend
angesichts der ungeheuren Tatsache, dass "diese ehemaligen jüdischen
Mitbürger, derer die Stadt hier gedenkt", deportiert und ermordet wurden.
Es ist angemessen
und richtig, wenn politische Parteien (wie unlängst bei der CSU geschehen) ein
klares Bekenntnis gegen das Vergessen des Holocaust ablegen, denn diese
menschenverachtenden Taten dürfen nicht verdrängt werden. Doch muss eine solche
Aussage konkretisiert werden, wenn sie nicht ein bloßes Lippenbekenntnis sein
soll. Denn Erinnerung geschieht nicht im Abstrakten, sie muss greifbar und
nachvollziehbar sein. Also ist es eine wichtige Aufgabe, eine Form des
Gedenkens zu finden, die uns - und besonders auch den jungen Menschen -
anschaulich macht, dass jeder einzelne der ehemaligen jüdischen Mitbürger,
seinen Namen, seine Lebensgeschichte und sein Zuhause in unserer Stadt hatte.
Nur so können sie in der Erinnerung ihrer Heimatstadt bleiben.
Die Aktion
"Stolpersteine" des Künstlers Günter Demling ist für mich ein guter,
richtiger Weg, das Andenken an unsere deportierten und ermordeten Mitbürger
wach zu halten. Deshalb unterstütze ich die in Gerolzhofen gegründete
Initiative. Den Alternativ-Vorschlag der CSU, statt der Stolpersteine eine
Schrifttafel mit den Namen der Deportierten am Gedenkstein in der Schuhstraße
anzubringen, halte ich keineswegs für den besseren Weg. Zum einen ermöglicht
die Lage und das Umfeld kaum ein würdiges Gedenken, zum anderen wäre mit einer
Tafel mit vielen Namen die Chance vertan, den einzelnen Menschen und sein
Schicksal in den Blick zu nehmen. Und der Vorschlag, die Schrifttafeln mit den
Namen in den Rasen dort einzulassen, hat in mir Verwunderung und Unverständnis
ausgelöst. Oder sollte am Ende doch schnell Gras darüber wachsen?
Ich möchte noch
einmal zu meinem Anfangsgedanken zurückkehren: In Berlin hat man einige Jahre
um das Holocaust-Denkmal in der jetzigen Form gerungen, bis es verwirklicht
werden konnte. Es wäre schön, wenn in Gerolzhofen das Anliegen, das hinter der
Aktion "Stolpersteine" steht, in Ruhe bedacht und nicht vorschnell
und übereilt verworfen würde.
Irmgard Fröhling
97447 Gerolzhofen
MainPost
Gerolzhofen 19.06.2006
Zeichen gegen Terror und Gewalt
GEROLZHOFEN (-IM) In seiner jüngsten Sitzung
befasste sich der Kirchenvorstand der Evangelischen Kirchengemeinde Gerolzhofen
mit Pfarrer Holger Bischof auch mit der Aktion "Stolpersteine" und
gab dazu folgende Erklärung ab:
"Es tut Not,
in der gegenwärtigen Situation deutlich Zeichen gegen Rechtsradikalismus und
Gewalt zu setzen. In der Aktion 'Stolpersteine' geht es um das Gedenken an
jüdische Mitbürger, deren Familien oft über Generationen in Gerolzhofen gelebt
und gearbeitet haben. Auch ein behinderter Mensch fiel dem Euthanasie-Programm
des Hitler-Regimes zum Opfer. Alle diese Gerolzhöfer Mitbürger wurden im
Rassenwahn des damaligen Staates ermordet. Einzelne Gedenksteine vor den
ehemaligen Wohnstätten der früheren Mitbürger in den Bürgersteig einzulassen,
ist ein unübersehbares Signal für die Zukunft. Unsere Kinder und Enkel werden
uns Erwachsene nach Namen und Schicksal der Opfer von Terror und Gewalt im
Anblick dieser Steine fragen. Wir aber können unser Anliegen der nachfolgenden
Generation weitergeben. Wir wollen uns in der Zukunft für ein friedliches und
von Toleranz geprägtes Zusammenleben unterschiedlicher Bürger mit
unterschiedlichen Herkommen sowie unterschiedlicher religiöser und
weltanschaulicher Prägung einsetzen. Diese Überzeugung entspricht dem
christlichen Menschenbild; denn aufgrund der Liebe Gottes zu allen Menschen ist
die Förderung und Achtung der Menschenwürde für uns unverzichtbar. So bitten
wir den Stadtrat, unsere Argumente vor einer Entscheidung über die Aktion
'Stolpersteine' in seine Beratung einzubeziehen", schreibt der
Kirchenvorstand der Evangelischen Kirchengemeinde in seiner Stellungnahme.
MainPost
Gerolzhofen vom 03.10.2006:
Zentrales Denkmal statt Stolpersteine
Gerolzhofen Eine
deutliche Aufwertung des Gedenksteins für die einstige jüdische Gemeinde in der
Schuhstraße statt der umstrittenen Stolpersteine - Bürgermeister Hartmut Bräuer
schaffte es wieder einmal, dem Stadtrat einen konsensfähigen Vorschlag zur
Lösung eines bisher kontrovers diskutierten Problems zu unterbreiten. Bräuers
Vorstoß war zwar stark an die CSU-Initiative für ein würdigeres Gedenken an die
ehemaligen jüdischen Mitbürger angelehnt, fand aber dennoch die Zustimmung
aller Fraktionen.
1425
erlaubte Fürstbischof Johann II die Ansiedlung einer jüdischen Gemeinde in
Gerolzhofen, die erst gut 500 Jahre später, genau 1942 durch die
Gewaltmaßnahmen der Nationalsozialisten erlosch, spannte Hartmut Bräuer den
Bogen von den Anfängen bis zum bitteren Ende. Je nach geistiger und politischer
Führung schwankte die Zahl der Juden in Gerolzhofen im Verlauf der
Jahrhunderte.
Statt der
Stolpersteine schlug Bräuer einen Lageplan der Altstadt vor, auf dem ehemalige
jüdische Anwesen am Stichtag, dem 30. Januar 1933, eingezeichnet sind. Das ist
das Datum der Machtergreifung durch die NSDAP im Deutschen Reich. Ein
Zeitstrahl mit zehn bis zwölf Stationen soll dann die Abnahme der jüdischen
Gemeinde in der Zeit der Diktatur dokumentieren. 1933 gab es noch 134 Juden in
der Stadt, 1935, im Jahr der Nürnberger Rassegesetze nur noch 109. 1936, als
die Nationalsozialisten wegen der Olympiade im eigenen Land etwas vorsichtiger
mit den Juden umgingen, zählte die Gemeinde in der Stadt noch 100 Köpfe.
Ständiges
Schrumpfen
1938, als
Arisierung und Enteignung begannen, schrumpfte die Zahl der Juden auf 39. Nach
den letzten Transporten 1942 blieben nur noch vier übrig.
Diese Geschichte,
so Bräuer könnte man auf ein bis zwei Tafeln neben dem Denkmal darstellen. Der
Zaun soll nach seiner Vorstellung geöffnet und der Zugang zum Denkmal
gepflastert werden. Darin sieht Bräuer eine besser geschichtliche Dokumentation
als durch 20 Stolpersteine in der Stadt, für die allerdings - der Bürgermeister
verschwieg es nicht - die evangelische Kirchengemeinde, der Würzburger
katholische Bischof Friedhelm Hofmann und viele Abgeordnete Unterstützung
signalisiert hatten.
Die Arbeiten am
Denkmal kann die Stadt selbst ausführen, so Bräuer. Die Tafeln sollen von der
Optik her an die Serie "Leben am Fluss" längs der Volkach ähneln und
von der Höhe her - so auf eine Frage von Eva Ott - denen am Marktplatzbrunnen.
Bräuer sprach
auch das "riesige Interesse" der dritten Generation unter den
Nachfahren jüdischer Opfer an der Geschichte und Herkunft ihrer Großeltern an.
So sei er Besuchern aus Australien, den USA und Israel begegnet, die sehr beeindruckt
von der Pflege des jüdischen Friedhofs am Kappelberg waren. Diese Generation
gehe ganz anders an die Geschichte heran und sei nicht mehr vom Hass auf die
Deutschen geprägt. Auch für diese Besucher sei das Denkmal gedacht, denn es
wäre nicht schlecht, wenn sie neben dem Friedhof noch eine zweite Gedenkstätte
in der Stadt vorfänden.
Wolfgang Mößlein
begrüßte diesen Vorschlag, der viele Komponenten der CSU-Alternative zu den
Stolpersteinen enthalte. Die Tafeln müssten groß und gut lesbar sein und einen
starken optischen Eindruck machen. Auch die Bepflanzung sollte dem Ganzen
gerecht werden.
Zwei Ziele der
Stolpersteine
"Das Thema
zeigt, dass Geschichte nicht tot ist", sagte Thomas Vizl (geonet). Der
Mitarbeiter im Initiativkreis für die Stolpersteine meinte, die
Auseinandersetzung mit diesem schwierigen Stoff sei manchmal etwas holprig.
Schon die Diskussion um die Aufstellung des jetzigen Mahnmals vor 30 Jahren
habe das gezeigt. In den Stolpersteinen sieht Vizl zwei große Zwecke: einmal
das konkrete Gedenken an die Opfer, die entrechtet, vertrieben und ermordet
wurden, zum zweiten das Aufrütteln der Jungen, die gedanklich über die Steine
stolpern und erkennen sollten, dass man nie wieder solchen Ideologien verfallen
dürfe. Gerade die zweite Komponente werde durch das geplante Denkmal aber nur
in geringem Umfang erfüllt, zumal die Schuhstraße von Fußgängern nicht sehr
stark frequentiert sei. Vizl signalisierte dennoch Zustimmung, auch wenn für
ihn das Thema Stolpersteine nicht endgültig vom Tisch ist. Schließlich gelte es
zu untersuchen, ob es neben den Juden in Gerolzhofen während der NS-Herrschaft
auch Opfer der Euthanasie sowie der Verfolgung von Sinti, Roma und politischer
Gegnern gegeben habe.
"Grundsätzlich
gut, egal wer den Grundgedanken gehabt hat", war das Urteil von Erich
Servatius (SPD). Die Tafeln müssten auch für den Schulunterricht aufbereitet
sein.
Wie Wolfgang
Mößlein forderte auch Bernd Ludwar (Freie Wähler), bei der Gestaltung des Denkmals
nicht an den Kosten zu sparen. Auch Heinz Lorz (Die Republikaner) hielt die
Tafeln für gut.
Völlige
Zustimmung hätte gefehlt
"Die
Stolpersteine waren in der Bevölkerung heiß diskutiert, sie hätten nie die
volle Zustimmung aller Hausbesitzer gefunden", resümierte 2. Bürgermeister
Robert Wächter (CSU).
Von unserem Redaktionsmitglied Norbert Finster
Stadtrat
Thomas Vizl in einem Schreiben an geo-net und Mitglieder der Initiativgruppe
„Stolpersteine“ am
04.10.2006:
Liebe Freundinnen
und Freunde,
sehr geehrte
Damen und Herren!
Bei der
Stadtratssitzung am 2. Oktober 2006 wurde das Thema Informationstafel am
Jüdischen Denkmal von Bürgermeister Bräuer auf die Tagesordnung gesetzt. Ich
war etwas überrascht, dachte ich doch nicht, daß dieses Thema vor der
Bürgermeisterwahl nochmals angesprochen würde.
Bräuer hat seine
Vorstellungen am 5.10. vorab erläutert. Da er nicht davon ausgehen kann, daß
die Initiative "Stolpersteine" eine Mehrheit im Stadtrat finden
könnte, hat er die Vorschläge zur Verbesserung des vorhandenen Gedenksteins in
der Schuhstraße aufgegriffen und konkretisiert. Die Idee hierzu wurde erstmals mündlich von Horst
Gandziarowski (SPD) geäußert und dann von der CSU in einem Antrag aufgegriffen.
Bräuers
Vorschlag: Auf einer oder zwei Informationstafeln am Gedenkstein werden
folgende Informationen grafisch dargestellt:
Ein Stadtplan mit
allen jüdischen Anwesen und Einrichtungen (farbig gekennzeichnet)
eine Namensliste
mit den jüdischen Opfern des Holocaust (Namen, Alter, evt. Todesdaten usw.)
ein
"Zeitstrahl" mit den geschichtlichen Ereignissen in den Jahren 1933
bis 1944 (Ende der jüdischen Gemeinde in Gerolzhofen), dabei wird auch immer
die Größe der jüdischen Gemeinde bis zu deren Ende genannt.
Die Aufstellung
soll nach Bräuers Vorstellung noch vor dem 09. November 2006 erfolgen.
Bräuer will damit
den Nachkommen der Opfer einen Ort des Gedenkens geben und für Schulklassen
einen Ort schaffen, wo sie sich über die Geschichte der jüdischen Gemeinde von
Gerolzhofen informieren können. Gleichzeitig sollen - von mir angeregt - die
Tafeln und auch weitere Informationen - ins Internet gestellt werden.
Bei der Sitzung
am vergangenen Montag haben die Vertreter aller Fraktionen und Gruppen ihre
Zustimmung erklärt. Ich habe in meiner Stellungnahme noch mal auf die
Entwicklung nach 1945 hingewiesen: erst 1987 konnte, nach einer schwierigen
Diskussion, das unscheinbare und etwas versteckte Denkmal in der Schuhstraße
errichtet werden. Auch jetzt ist die Diskussion nicht einfach.
Ich habe dann
noch mal für die Aktion "Stolpersteine" geworben und die Unterschiede
zwischen "Informationstafeln" und "Stolpersteine"
hingewiesen und dabei zwei Argumente betont:
konkretes
Gedenken an die Opfer (sowohl durch "Informationstafeln" wie durch "Stolpersteine"
gegeben)
Aufrütteln vor
allem der Jungen, die unvermittelt gedanklich über die Steine stolpern und
erkennen sollten, dass man nie wieder solchen Ideologien verfallen dürfe
(dieser Aspekt wird durch die Informationstafeln nur wenig erreicht, da die
Schuhstraße durch Fußgänger zur gering frequentiert ist)
Weiterhin habe
ich auch darauf hingewiesen, daß es unter der NS-Herrschaft auch Opfer der
Euthanasie sowie Verfolgung von Sinti,
Roma und politischer Gegner gegeben habe, die von diesen Gedenktafeln nicht
erreicht werden. Indirekt wurde anschließend auch bestätigt, daß es
Euthanasieopfer aus Geo gegeben hätte. Genaues weiß ich aber nicht. Soweit mir
zu Ohren kam, wird es in absehbarer Zeit noch Veröffentlichungen zur
Stadtgeschichte geben, vielleicht ist auch zu diesem Thema etwas dabei.
Ich habe auch
angemerkt, daß das Thema "Stolpersteine" hiermit nicht vom Tisch sei.
Die Abstimmung lautete nicht "Stolpersteine" oder
"Informationstafeln", sondern ging ausschließlich über die
"Informationstafeln". Ich werde auch genau darauf achten, daß dies
richtig im Protokoll der Sitzung stehen wird.
Im Vorfeld wurde
mir von einigen von Euch geraten, gegen die "Informationstafeln" zu
stimmen und auf "Stolpersteine" zu bestehen.
Ich habe dies aus
folgenden Gründen nicht getan:
Wie viele Andere
war ich schon seit vielen Jahren mit der Situation am Gedenkstein in der
Schuhstraße unzufrieden. Dieser Gedenkstein erfährt mit den
"Informationstafeln" eine deutliche Aufwertung.
Für Schulklassen
ist die Sache nicht schlecht. Die Klassen können den Ort besuchen, dort erste
Informationen aufnehmen und dann im Unterricht weiter bearbeiten. Hierzu wären
dann die bereits angesprochenen weiteren Informationen aus dem Internet
hilfreich. Auch weltweit kann man sich dann im Internet über die Zerschlagung
der Jüdischen Gemeinde und das Unrecht in Gerolzhofen informieren.
Zusammengefaßt
sehe ich in den "Informationstafeln" eine gute Sache. Ich kann nicht
das Gute ablehnen, weil es noch etwas Besseres ("Stolpersteine") gibt,
die aber zur Zeit unerreichbar sind! Ich hoffe, daß auch die Kritiker unter
Euch dafür Verständnis aufbringen können.
Als Anregung
möchte ich noch einbringen, daß beim sog. Zeitstrahl auch lokale Ereignisse
(z.B. Judenfeindliche Beschlüsse des Stadtrates) mit aufgenommen werden.
Ausblick:
Wie bereits
gesagt, muß die Aktion "Stolpersteine" hiermit nicht begraben werden.
Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit zwischen 1933 und 1945 muß weiter
gehen, daß Schicksal der Euthanasieopfer, evt. Sinti und Roma, sowie politisch
Verfolgten sollte weiter geführt werden. Der Arbeitskreis
"Stolpersteine" sollte sich konstituieren und weiter arbeiten.
Daß dieses Thema in Gerolzhofen angepackt wurde und daß diese Informationstafel entstehen, ist bereits ein erster Erfolg der Initiative! Keiner (zumindest im Stadtrat) konnte sich der Diskussion verschließen.
Herzliche Grüße
in der Hoffnung
auf eine konstruktive Diskussion
Thomas Vizl
PS: als äußerst
deplaziert empfand ich die wahlkampfpolitischen Äußerungen des 2.
Bürgermeisters Robert Wächter (CSU) in der Stadtratssitzung. In der Diskussion
über die Informationstafeln äußerte er sich über die Wahlempfehlung der SPD
bzw. die Stimmenverhältnisse im Stadtrat.
Schreiben
des geo-net-Vorstands (Birgid Röder, Toni Niedermeier) an geo-net und
Mitarbeiter von „Stolpersteine“ am 04.10.2006:
Liebe
Mitstreiter/Innen,
unser Kampf für
"Stolpersteine" in Gerolzhofen ist nun leider nach 1 1/2 Jahren
traurig beendet.
Wir müssen uns
der Entscheidung von "Opportunisten" beugen und sind keineswegs stolz
auf unsere "Bürgervertreter". Kleinere Gemeinden wie z.B. Marktbreit
erscheinen in diesem Fall couragierter.
Wir sehen die
Chance für eine Geschichtsaufarbeitung im Alltag für vertan. Weitere
Hinweistafeln interessieren auch wiederum nur den eh schon aufgeklärten Bürger.
Uns ging es um andere Zielgruppen, wie zum Beispiel um Jugendliche, die so im
Alltag über Geschichte "gestolpert" wären. Mit den ansässigen Schule
wäre eine Erarbeitung der Opferbiographien möglich gewesen und somit eine
wichtige Einbindung von jungen Menschen in unsere Stadtgeschichte erfolgt.
Gerade bei jungen Leuten gewinnen die Neonazis viele Anhänger, rechte
Übergriffe auf Andersdenkende und Andersaussehende nehmen deutlich zu. Um so
wichtiger ist es Zeichen zu setzen und Aufklärung zu betreiben, Geschichte
begreifbar zu machen.
Auch eine
Versöhnung unserer Stadt mit den noch lebenden Nachkommen der Opfer des NS
Regimes hätte durch die Aktion "Stolpersteine" geschehen können.
Viele Hinterbliebene wünschen sich einen Ort des Gedenkens an ihre Vorfahren,
sowie ein Finden der eigenen Wurzeln.
Wir bedanken uns
ganz herzlich bei den vielen Unterstützern unserer Initiative, namentlich bei
den couragierten Lesebriefschreibern:
- Irmgard
Fröhling
- Martin Frey
- Barbara und
Christoph Bäumer
- sowie bei
unserm ehemaligen evangelischen Pfarrer Holger Bischof
Auch die
Unterstützung von:
- Dr. Josef
Schuster , Vorsitzender der israelitischen Gemeinde Würzburg und Unterfranken
- Bischof
Friedhelm Hofmann
- Albrecht Fürst
zu Castell-Castell für den Initiativkreis "Shalom Europa"
- die Initiative
"gegen das Vergessen" Schweinfurt
- die
Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Würzburg
- der Verein
"Für Demokratie-Gegen das Vergessen Würzburg
- die Initiative
"Stolpersteine" in Würzburg
- der
evangelischen Gemeinde Gerolzhofen
- Michael Glos,
Bundesminister für Wirtschaft und Technologie
war uns sehr
wichtig.
Nicht zu
vergessen sind auch jene Hausbesitzer, die mit einem Stein vor ihrer Tür ein
Zeichen gegen das Vergessen setzen wollten. Die Zustimmung aller Hausbesitzer
wurde von der Initiative nie angestrebt, in jeder Stadt werden die
Stolpersteine nur Stück für Stück verlegt, dies ist eine dynamische Aktion, in
der sich das Bewußtsein entwickeln kann.
Patenschaften für
die Steine waren von einigen Gerolzhöfern und auch weiteren Personen angefragt
worden, auch Ihnen vielen Dank, für die angebotene Hilfe.
Der Vorstand von geo-net
hat sich über die Mitarbeit einiger Gerolzhöfer/innen im Initiativkreis sehr
gefreut und möchte abschließend darauf hinweisen, das der einstimme Beschluß
des Stadtrates für die Informationstafeln, mit der Stimme von geo-net Stadtrat
Thomas Vizl, nicht unsere Zustimmung gefunden hat.
Wir würden uns
freuen, wenn wir noch einige Rückmeldungen von Euch bezüglich des
Stadtratbeschlusses bekommen würden, vielleicht auch in Form von Leserbriefen
an die Mainpost.
Es grüßen Euch
etwas deprimiert!
Toni Niedermeier
und Birgid Röder
(Die sich fühlen
wie Sancho Pansa, der gegen Windmühlen kämpft)
Peter aus
Bamberg, 05.10.2006:
.... Mir fallen
dazu allerdings noch
einige Gedanken ein.
1. Ich denke
durch die öffentliche Diskussion ob Stolpersteine oder erweiterter Gedenkstein
wurde ja schon viel Bewusstseinsbildung erreicht.
2. Lieber eine
deutliche Mehrheit (am besten Einstimmigkeit) für einen erweiterten
Gedenkstein, als zerredete und u.U. abgelehnte Stolpersteine
3. Wenn jetzt das
öffentliche Bewusstsein geschaffen wurde, bietet das doch Chancen für
"Geschichtsprojekte" vor Ort (z.B. von Schülerinnen und Schülern oder
von interessierten Bürgerinnen und Bürger oder von der
Volkshochschule
oder von den Grünen oder, oder)
Diese Projekte
könnten z.B. so aussehen: "Häusern Gesichtern geben". Über
Recherchearbeiten in den Archiven wird herausgefunden, wer von den vertriebenen
oder umgebrachten jüdischen Mitbürgern in welchen Häusern
gewohnt hat.
Oftmals existieren in den Archiven noch Bilder. Diese können vergrößert, mit
Daten zu den Personen ergänzt und in die Fenster der Häuser gehängt werden.
Oder: Ähnliches
Prinzip wie oben, aber die Fotos und die Daten (u.U. mit Zeitungsausschnitten
ergänzt) werden kopiert, wasserfest laminiert und an einem "Ort des Gedenkens"
in wasserfesten Ordnern öffentlich gemacht.
Dies kann an
einem zentralen Platz geschehen, indem man eine Sitzecke (z.B. aus Holzbänken
und Tischen oder Steinbänken und Tisch mit Steinplatte) errichtet und den oder
die Ordner darauf montiert. Hier besteht allerdings die Gefahr des Vandalismus.
Der Ort sollte nicht ganz so abgelegen sein und der Ordner bzw. die Ornder u.U.
am Abend immer abmontiert werden.
Rita aus Sennfeld, 08.10.2006:
.... hier nur
eine kurze
Meinungsäußerung meinerseits
zu eurer Stolpersteinarbeit in Geo. Ich fand eure langjährige zähe Arbeit sehr
gelungen und konstruktiv und ich teile deine Einschätzung, die auch im
Presseartikel rüber kam. Eine Aufwertung des Denkmals ist auch meines Erachtens
positiv zu bewerten und die Stolpersteine sind noch nicht vom Tisch. Ich finde,
das eine kann das andere nicht ersetzen. Ein Denkmal mit Infotafel kann andere
Infos transportieren als die Stolpersteine, kann größere geschichtliche
Zusammenhänge deutlich machen, während die Stolpersteine Einzelschicksale in
den Mittelpunkt stellen und damit eher auch emotional-zwischenmenschliche
Aspekte erlebbar machen. Herzliche Grüße
MainPost
Gerolzhofen 08.10.2006
"Es ging um andere Form des Gedenkens"
Gerolzhofen
(novo) Zur Ablehnung der Aktion "Stolpersteine" im Stadtrat äußert
sich jetzt der geo-net Vorstand.
In der
Stellungnahme der Stadtratsliste heißt es zu diesem Thema:
"Das
Engagement für die 'Stolpersteine' in Gerolzhofen ist nun leider nach
eineinhalb Jahren traurig beendet. Die Initiative muss sich der Mehrheit des
Stadtrats beugen. Kleinere Gemeinden wie etwa Marktbreit erscheinen in diesem
Fall couragierter."
Sollte die
Initiative "Stolpersteine" eine Diskussion bezüglich der
Geschichtsaufarbeitung angeregt haben und nun das jüdische Denkmal von Seiten
der Stadt aufgewertet werden, so sei dies sicher ein minimaler Erfolg, erklärt
der geo-net-Vorstand.
Doch sei es den
Mitgliedern um eine andere Form des Gedenkens gegangen. Dies sei bei den
Parteien im Stadtrat nicht angekommen.
Toni Niedermeier
und Birgid Röder sehen die Chance für eine Geschichtsaufarbeitung im Alltag für
vertan. Weitere Hinweistafeln würden wiederum nur den ohnehin schon
aufgeklärten Bürger interessieren. Es sei um andere Zielgruppen, wie zum
Beispiel um Jugendliche, gegangen, die so im Alltag über Geschichte
"gestolpert" wären.
Mit den
ansässigen Schule wäre eine Erarbeitung der Opferbiografien möglich gewesen und
somit eine wichtige Einbindung von jungen Menschen in die Stadtgeschichte.
Der
geo-net-Vorstand weiter: "Gerade bei jungen Leuten gewinnen die Neonazis
viele Anhänger, rechte Übergriffe auf Andersdenkende und Andersaussehende
nehmen deutlich zu. Um so wichtiger ist es Zeichen zu setzen und Aufklärung zu
betreiben, Geschichte begreifbar zu machen. Auch eine Versöhnung unserer Stadt
mit den noch lebenden Nachkommen der Opfer des NS-Regimes hätte durch die
Aktion 'Stolpersteine' geschehen können. Viele Hinterbliebene wünschen sich
einen persönlichen Ort des Gedenkens an ihre Vorfahren, sowie ein Finden der
eigenen Wurzeln".
Geo-net bedankt
sich in diesem Zusammenhang bei den vielen Unterstützern der Initiative und
allen, die sich in die Diskussion einmischten und öffentlich Stellung bezogen.
Auch die
Unterstützung etwa von Dr. Josef Schuster (Vorsitzender der israelitischen
Gemeinde Würzburg und Unterfranken), Bischof Friedhelm Hofmann, Albrecht Fürst
zu Castell-Castell für den Initiativkreis "Shalom Europa", der
Initiative "gegen das Vergessen" Schweinfurt, der Gesellschaft für
christlich-jüdische Zusammenarbeit Würzburg, den Verein "Für
Demokratie-Gegen das Vergessen Würzburg, die Initiative
"Stolpersteine" in Würzburg, die Evangelische Kirchengemeinde
Gerolzhofen und die von Michael Glos, Bundesminister für Wirtschaft und
Technologie, sei für das Anliegen sehr wichtig gewesen.
Nicht zu
vergessen seien auch jene Hausbesitzer, die mit einem Stein vor ihrer Tür ein
Zeichen gegen das Vergessen setzen wollten. Die Zustimmung aller Hausbesitzer
sei von der Initiative nie angestrebt worden. In den anderen Städten würden die
Stolpersteine nur Stück für Stück verlegt als eine dynamische Aktion, in der
sich das Bewusstsein entwickeln könne.
Der Dank der
Liste gilt auch jenen Gerolzhöfern und anderen Personen, die bereit gewesen
wären, Patenschaften für die Steine zu übernehmen und die im Initiativkreis
mitgearbeitet haben.
Abschließend wird
betont: "Der Vorstand von geo-net möchte darauf hinweisen, das der
einstimme Beschluss des Stadtrates für die Informationstafeln, mit der Stimme von
geo-net Stadtrat Thomas Vizl, nicht unsere Zustimmung gefunden hat".
Geo-net will sich
weiter mit den Opfern des Nationalsozialismus beschäftigen und lädt hierzu in
nächster Zeit zu weiteren Veranstaltungen ein. So gestaltet das Duo Café
Sehnsucht mit Silvia Kirchhof und Achim Hofmann am Reichspogromtag, 9.
November, im Alten Rathaus eine Hommage an vergessene, jüdische Künstler.
Titel: "Verehrt, verfolgt, vergessen . . ."
Gunter
Demnig, Künstler,
13.10.2006:
Hallo nach
Gerolzhofen; - Dank für das große Engagement !!! und sorry für die Ablehnung.
Aber mal sehen
wie's weitergeht -- bis jetzt haben Uta und ich noch nie aufgegeben. Auch Herr
Ude
wird jetzt immer
öfter von Angehörigen der Opfer gefragt: Warum dürfen wir diese Gedenksteine
nicht
verlegen ???.
>> Das
manche Hausbesitzer das nicht wollen sagt ja auch vieles aus.
Vielleicht kann
man ja über die Schüler noch etwas machen -- in Krefeld gab es auch Probleme;-
aber die Schüler
haben ein Bürgerbegehren initiiert: 6ooo Unterschriften waren nötig; 113oo
kamen
zusammen.
Herzliche Grüße,
Gunter Demnig
Brigitte aus Gerolzhofen, 15.10.2006
Ich finde es sehr
informativ, dass Du Dein Abstimmverhalten in Sachen
"Informationstafeln" nochmals erläuterst und denke, du hast auf jeden
Fall richtig gestimmt.
Auch meiner
Meinung nach, ist das Thema "Stolpersteine " nicht vom Tisch. Man
sollte dieses Ziel nicht aus den Augen verlieren und weiter daran arbeiten.
Die
Informationstafeln kann man auch als einen kleinen Schritt in die richtige Richtung betrachten und nicht als "Aus" für die
Stolpersteine.
Danke für Dein
Engagement!
MainPost
Gerolzhofen 18.10.2006
Die Hoffnung stirbt zuletzt
Zum Bericht über
die Stolpersteine vom 4. Oktober:
Der Stadtrat hat entschieden.
Alles Friede, Freude, Lebkuchen. Schließlich geht es auf Weihnachten zu. Da
haben sich die Leute von geonet über eineinhalb Jahre bemüht, für die
Gerolzhöfer Opfer des Nationalsozialismus ein würdiges Gedenken zu schaffen,
doch kurz vor Ende der Bürgermeisterkarriere von Herrn Bräuer schafft lieber er
sich ein Denkmal und zaubert einen Vorschlag aus dem Hut, der zwar ähn-
lich dem der CSU,
aber bei genauer Betrachtung doch etwas anders aussieht. Weshalb wehrte sich
die CSU
gegen die
Stolpersteine? Die jetzigen Bewohner der Häuser könnten in
"Rechtfertigungszwang" geraten.
Glaubt die CSU
wirklich, dass alle Gerolzhöfer so engstirnig denken wie sie selbst, außer den
wenigen
"ewig
Gestrigen". Doch gerade die würden der Geschichte begegnen, wenn sie jedes
Mal die Straßenseite
wechseln müssten,
um den Stolpersteinen aus dem Weg zu gehen.
Nun gut, komme
ich zur SPD. Ja, die gibt es im Stadtrat, auch wenn nicht viel von ihr zu hören
ist.
Selbst im
Bürgermeisterwahlkampf für ihren Kandidaten waren sie sehr zurückhaltend.
Danach haben sie
sich geschlossen
für eine Bürgermeisterin Krammer ausgesprochen. Außer der Bürgermeister selbst.
Auch einst von
der SPD. Dieser hat das Papier nicht unterschrieben. Er benötigt ja die SPD
nicht mehr, die
einst Steigbügelhalter
für ihn spielen durfte und ihn auf den Bürgermeistersessel hievte.
Weiter geht es
mit den "Freien Wählen". Im Hinterkopf denken sie schon daran, wo
eingespart werden
kann, zum
Beispiel bei der Kultur, der Bibliothek, der VHS, dem Jugendhaus und natürlich
beim Personal. Die Stolpersteine könnten übrigens durch Spender finanziert
werden. Es gäbe genug davon - die Steine würden den Steuerzahler nichts kosten.
Der Stadtrat der
Republikaner gab ebenfalls grünes Licht für Bräuers Vorschlag, und sein Kollege
von den "Jungen"? Gerade er als Jugendreferent sollte eine Meinung
dazu haben. Doch im Bericht der MAIN-POST: Fehlanzeige. Keine Meinung.
Übrig bleibt der
Stadtrat von geo-net. Dieser ist selbst Mitglied im Initiativkreis für die
Stolpersteine. Zwar will er die Stolpersteine nicht aufgeben, doch stimmte er
dem Abschiedsdenkmal für den scheidenden Bürgermeister zu. Vielleicht hofft er
ja auf eine andere Zusammensetzung des Stadtrats nach der Wahl 2008. Wie heißt
es so
schön, die
Hoffnung stirbt zuletzt. Für mich persönlich jedoch die größte Enttäuschung.
Toni Niedermeier
Gerolzhofen
Weitere
Äußerungen werden gelegentlich hinzugefügt!
Zurück
zu http://www.geo-net.net/