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LEADER PLUS
Diskussion und Bewertung der Ergebnisse
in der Leader Plus Aktionsgruppe Main-Steigerwald:
„Die
Lokale Aktionsgruppe Main Steigerwald e.V. wurde am 22. Mai 2003 mit 46
Mitgliedern als eingetragener Verein gegründet. Ihr oberstes Ziel ist es,
gemeinsam die Lebensqualität in der Region Main-Steigerwald zu verbessern und
die regionale Identität nachhaltig zu stärken. Der Wein ist das verbindende
Element zwischen dem Naturpark Steigerwald und dem Maintal. Die LAG besteht aus
den Organen Mitgliederversammlung, Vorstand, Steuerkreis und vier
Arbeitskreisen. Charakteristisch für die LAG ist der von einer breiten Basis
getragene Wunsch einer engen und effizienten Zusammenarbeit.“ So wird die LAG
auf ihrer Homepage beschrieben.
In
2007 geht das Projekt zu Ende. Zeit dafür, eine Bewertung durchzuführen. Die
öffentliche Diskussion begann mit einem Leserbrief von Alexander von Halem,
stellvertretender Vorsitzende der LAG Main-Steigerwald in der MainPost. Der
dort angesprochene Beschluß der Stadt Gerolzhofen aus dem weiteren
Leader-Prozess auszusteigen, wurde bereits in einer (nichtöffentlichen)
Stadtratssitzung im April 2006 gefaßt. Die Fortsetzungsmaßnahme zur
Beschäftigung der Regionalmanagerin wurde damit von der Stadtratsmehrheit
abgelehnt, obwohl andere Gemeinden aus Leader-Gebiet bereits zustimmende
Beschlüsse gefasst hatten.
MainPost
Gerolzhofen 11.04.2006
Keine neue Baustelle mehr
gerolzhofen
(FI) Nach den bereits beschlossenen Maßnahmen wie Spargelstraße, Gipsmusum oder
jetzt erst der Wald- und Wassererlebnisgarten Nützelbachsee wird sich die Stadt
an keinen weiteren gemeinsamen Umsetzungsmaßnahmen des
Regionalmarketing-Konzepts Region Main-Steigerwald im Rahmen der
Leader-plus-Förderung mehr beteiligen. Das gilt namentlich für gemeinsame
Auftritte der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) bei Messen, für einen
Internet-Auftritt, ein Logo und einen gemeinsamen Briefkopf. Das beschloss der
Stadtrat am Montag mehrheitlich in nichtöffentlicher Sitzung.
Bürgermeister
Hartmut Bräuer hatte das Thema zunächst auf die öffentliche Tagesordnung
gesetzt, doch die CSU erwirkte per Antrag zur Geschäftsordnung eine Verlegung
in den nichtöffentlichen Teil. Begründung: Es gehe hier auch um die Zukunft von
Regionalmanagerin Andrea Gutzeit und damit um eine Personalentscheidung. Bis
auf Bürgermeister Hartmut Bräuer und Thomas Vizl unterstützte das gesamte
Gremium den CSU-Antrag.
In der Tat
hat dieser Beschluss Auswirkung auf die Regionalmanagerin. Deren Amtszeit wird
nämlich wie geplant Mitte 2007 enden. Die Umsetzung weiterer Projekte hätte für
sie allerdings eine Verlängerung ihres Vertrags um 18 Monate bedeutet.
Alle bereits
beschlossenen LAG-Projekte bleiben unberührt von dieser Entscheidung. Die
Mehrheit des Stadtrats sah keinen Sinn, noch einmal eine neue überörtliche
Stelle zu pflegen. Die Stadt habe mit der Tourist-Information, dem Fränkischen
Weinland, den Gastlichen Fünf und anderen bereits genug davon. Am Ende wisse
man gar nicht mehr, welchen Briefkopf man überhaupt verwenden soll, hieß es.
MainPost
Gerolzhofen 10.11.2006
EU-Förderung ist verloren
Zu
Beschlüssen des Gerolzhöfer
Stadtrats
in Sachen LEADERplus:
Ob aus
wahlkampftaktischen Gründen oder aus Kurzsicht oder Mangel an Information hat
der Gerolzhöfer Stadtrat mehrheitlich gegen zwei Projekte gestimmt, die zum
Wohle der Entwicklung unserer Region aus Mitteln der Europäischen Union
(LEADERplus Förderkulisse) bezuschusst werden sollten: das
Regionalmarketingkonzept und die Fortführung des Regionalmanagements für die
Region Main-Steigerwald mit dem Zentrum Gerolzhofen.
Nutznießer
dieser Projekte wäre vor allem die Stadt Gerolzhofen gewesen. Die Stadt sollte
im Zuge dieser Regionalentwicklung als Mittelzentrum für die Region
Main-Steigerwald gestärkt werden. Diese Region umfasst weite Teile des
ehemaligen Landkreises Gerolzhofen.
An der
Entscheidung des Gerolzhöfer Stadtrates ist nicht zu rütteln und der Zug einer
Förderung in diesem Sinne ist auch schon abgefahren. Die Förderung ist
verloren, die damit verbundenen Möglichkeiten Gerolzhofen als Mittelzentrum zu
stärken vorerst verpasst. Dennoch können wir (die Bürger und unsere gewählten
Vertreter) aus dem Scheitern dieser Projekte lernen.
So manch
Gemeinde, die im Zuge der LEADERplus Zusammenarbeit bereits näher an
Gerolzhofen gerückt sind, driften jetzt schon wieder ab. Manch Gemeinde scheint
nun stärker nach Volkach und die Mainschleifengemeinden zu tendieren. Logisch
ist diese Entwicklung für den Markt Eisenheim und die Gemeinde Wipfeld, aber
auch in der Gemeinde Kolitzheim wird diese Sichtweise seit dem Scheitern dieser
zwei LEADERplus-Projekte verstärkt vertreten.
Fragen
sollten sich politisch Verantwortliche, wie auch ohne diese Förderung aktive
Bürger motiviert werden können, sich weiter für die Entwicklung unserer Region
einzusetzen. Mit dem in vielen ehrenamtlichen geleisteten Arbeitsstunden
entwickelten Regionalmarketingkonzept wird es nicht möglich sein. Was kann
stattdessen getan werden und ist die Schaffung einer regionalen Identität
überhaupt gewünscht?
Alexander
von Halem
97509
Zeilitzheim
MainPost
Gerolzhofen 15.11.2006
Mutwillig eine Chance vertan
Zum Leserbrief
von Alexander
von Halem
vom 11. November:
In der
Stadtratssitzung bereits im April wurde auf Initiative der CSU-Fraktion der
Ausstieg der Stadt Gerolzhofen aus den LEADERplus-Projekten
"Regionalmarketing" und "Regionalmanagement" beschlossen.
Damit gab es auch für die anderen zehn Gemeinden des LEADERplus-Region
Main-Steigerwald keine Möglichkeit mehr, die Projekte weiterzuführen. Ich bin
der gleichen Meinung wie sie Alexander von Halem in seinem Leserbrief geäußert
hat:
Das
Mittelzentrum Gerolzhofen hat damit eine Chance mutwillig vertan, die Gemeinden
des ehemaligen Landkreises Gerolzhofen zwischen Main und Steigerwald wieder
stärker an das Mittelzentrum zu binden.
Auch wenn
für die Stadt aus zahlreichen Projekten des LEADERplus-Prozesses nur wenig
direkter Nutzen erwächst, ist die regionale Zusammenarbeit der Bürger,
Tourismusmanager, Geschäftsleute und Mandatsträger an sich ein Wert, der
mittel- und langfristig sehr wichtig werden wird. Da hat Kirchturmpolitik, wie
sie durch den Ausstieg der Stadt sichtbar wurde, keinen Platz.
Auch einer
neuer LEADER-Prozess auf Kreisebene ist hierfür nur ein unzureichender Ersatz:
dort steht die Stadt Schweinfurt im Mittelpunkt (auch wenn sie direkt gar nicht
beteiligt sein wird), wir sind in einer Randlage.
Bezeichnend
ist übrigens auch, dass der Ausstiegsbeschluss in nichtöffentlicher Sitzung
gefasst wurde. Nur Bürgermeister Bräuer und ich stimmten gegen den
Geschäftsordnungsantrag auf nichtöffentliche Behandlung.
Andererseits
ist natürlich auch anzumerken, dass der LEADER-Prozess in der Aktionsgruppe
"Main-Steigerwald" bei weitem nicht alle Erwartungen der ehrenamtlich
aktiven Bürgerinnen und Bürger erfüllt hat. Unklare Vorgaben darüber, was
eigentlich möglich ist, unverständliche Auslegungen durch den zuständigen
Manager bei der Regierung von Unterfranken und einseitige Ausrichtung
hinsichtlich einer touristischen "Inwertsetzung" haben manche
Aktivisten vergrault.
Trotzdem
gab es sehr positive Ergebnisse: Zum Beispiel das Gips-Museum in Sulzheim,
gemeinsame Marketing-Aktivitäten (Spargel, Wein). Das für Gerolzhofen und das
Umland wichtigste Ergebnis: Der Bau der zahlreichen Radwege nach Schweinfurt,
Volkach, Oberschwarzach, Mönchstockheim.
Zwar wurde
der Bau der Wege nicht durch LEADERplus gefördert, aber die Diskussion des
Radwegekonzepts innerhalb der Arbeitsgruppe "Natur, Umwelt,
Gesundheit" brachte einen neuen Schwung, der dann von den Bürgermeistern
und Räten tatkräftig umgesetzt wurde.
Hierbei
wurde eine mustergültige Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg
praktiziert, indem sich die Städte Volkach und Gerolzhofen an den Kosten des
Radwegs zwischen Krautheim und Frankenwinheim beteiligten. Der Bau durch
Frankenwinheim alleine wäre wohl nicht möglich gewesen.
Zudem haben
sich zahlreiche aktive Personen aus den Gemeinden der VG, Kolitzheim, Wipfeld
und Eisenheim persönlich kennen gelernt.
Ich hoffe,
dass die Zusammenarbeit mit den anderen zehn Gemeinden der Aktionsgruppe
"Main-Steigerwald" auch durch die neue Bürgermeisterin Irmgard Krammer
fortgeführt werden wird.
Thomas
Vizl, Stadtrat
97447
Gerolzhofen
MainPost Gerolzhofen 27.11.2006
Leserforum
Zum
Leserbrief von Thomas Vizl
vom 16.
November:
Stadtratskollege
Thomas Vizl begründet in seinem Leserbrief selbst, warum eine breite Mehrheit
des Stadtrates eine Weiterführung des LEADER-Projekts für nicht sinnvoll hielt.
"Wenig direkter Nutzen" und "bei weitem nicht alle
Erwartungen... erfüllt", das sah auch die Mehrzahl der Stadträte so. Die
Aufzählung der letztendlich zum Tragen kommenden Projekte ist kurz und wird
noch kürzer, wenn sie hinterfragt wird. So hat der Radwegebau um Gerolzhofen
herum absolut nichts mit dem LEADER-Prozess was zu tun. Der seit vielen Jahren
insbesondere von Stadtratskollegen Werner Ach geforderte Radwegeausbau wurde
von Bürgermeister und Verwaltung mit dem Hinweis auf fehlende Fördermittel
immer wieder hinausgeschoben. Erst als der Freistaat Bayern einen gut gefüllten
Fördertopf (nicht LEADER!) bereitstellte, konnten die aufgestauten
Radwegeprojekte in Angriff genommen werden. Im Übrigen wurde der jetzt
anstehende Radweg nach Wiebelsberg bereits 2001 und damit weit vor LEADER von
der CSU-Stadtratsfraktion schriftlich beantragt.
Aus den
Hoffnungen auf EU-Fördermittel aus dem LEADER-Topf im Millionenhöhe wurde
nichts. Es flossen und fließen nur spärliche Summen in unseren Raum und ein
Großteil davon ist für die Verwaltung des LEADER-Prozesses gedacht.
Das
Wertvollste aus dem LEADER-Projekt - da stimme ich Thomas Vizl zu - sind die
Kontakte und die Zusammenarbeit der ehrenamtlich in den Arbeitskreisen
zusammengekommenen Bürger, die sich gebildet haben. Auch die erstellte Studie
über Regionalmarketing und Management gibt zahlreiche Anregungen, die sich
lohnen, weiterverfolgt zu werden.
Entscheidend
für die Ablehnung von Investitionen in Regionalfahnen, Etiketten, Flyer usw.
war, dass niemand dem Stadtrat die Nachhaltigkeit der angedachten
Werbemaßnahmen darlegen konnte. Wie sollte dieser neue Raum in den
Werbekampagnen "Fränkisches Weinland", "Naturpark Steigerwald",
die Gastliche Fünf" und in die Bewerbung des Geomaris eingebunden werden?
Wie soll die Werbekampagne für das LAG-Gebiet nach dem einmaligen Zuschuss der
Hälfte der Kosten durch LEADER finanziert werden, wenn die Werbebudgets schon für
die genannten Bereiche zu gering sind?
Mit dem
Nachfolgeprogramm, wo auf Landkreisebene sich auch die LAG Main-Steigerwald
einbringt, besteht die Chance die bereits jetzt schon sehr zersplitterten
Aktivitäten wieder ein Stück zusammenzuführen. Dringend nötig wird es jedoch
sein, sich in Gerolzhofen klar zu werden, wo die Stärken und damit auch die
Chancen in touristischen Bereich liegen. Diese Zielvorgabe steht seit Jahren
aus. Die Arbeit der beim LEADER-Projekt engagierten Bürger kann dazu eine Hilfe
sein und war deshalb auch nicht umsonst. Um es bildhaft auszudrücken: Beim
Hausbau kann man zahlreiche Entwürfe entwickeln, gebaut wird letztendlich nach
einem. Für den Tourismus liegt dieser Entwurf bis heute dem Stadtrat nicht vor.
Wolfgang
Mößlein, Stadtrat
97447
Gerolzhofen
MainPost
Gerolzhofen 27.11.2006
Wichtige
Lückenschlüsse im Radwegenetz geschafft
GEROLZHOFEN
(NN) Beim traditionellen kommunalpolitischen Abend der Katholischen
Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) hieß Versammlungsleiter Norbert Braun in der Gaststätte
"Kapellenberg" rund 30 Personen und besonders die Referenten und
Stadträte der KAB, Alfred Hügelschäfer, Hannelore Hippeli, Liselotte Feller und
Wolfgang Mößlein, willkommen. Alfred Hügelschäfer berichtete über den
Radwegebau und verwies auf die neu geschaffenen Verbindungen nach
Mönchstockheim und die für Gerolzhofen wichtigen Lückenschlüsse Sulzheim -
Grettstadt und Frankenwinheim - Krautheim. Bereits im kommenden Jahr soll der
Radweg nach Wiebelsberg in Angriff genommen werden, der dann bis Oberschwarzach
weiter geführt werden soll. Angedacht sei zudem ein Radweg nach Schallfeld, so
dass Gerolzhofen dann über gute Radwegeverbindung ins Umland verfügt.
In seiner
Eigenschaft als Sportreferent des Stadtrates berichtete Hügelschäfer über die
sehr erfolgreichen Fußballjugendturniere "Mini-Weltmeisterschaft" und
"Internationales Fußballturnier" mit den Mannschaften der
Partnerstädte. Sein Ausblick streifte abschließend den Austausch der
Wasserleitung in der Hermann-Löns-Straße und die Baumaßnahme in der Kirchgasse.
Liselotte
Feller berichtete zunächst aus ihrer Arbeit als Kreisrätin, so über die
umfangreichen Baumaßnahmen am Kreisaltenheim Werneck und die geplante
Vergärungsanlage auf der Deponie Rothmühle, wo künftig alle Bioabfälle des
Landkreises angeliefert werden sollen. Die Anlieferung von Gartenabfällen soll
jedoch in Gerolzhofen auch künftig möglich sein.
Als
Kindergartenreferentin des Stadtrates berichtet Lieselotte Feller über den
neuen Waldkindergarten, den zwölf Kinder vormittags besuchen. Nachmittags
bestehe die Möglichkeit, die katholischen Kindergärten zu buchen.
Hannelore
Hippeli informierte als Referentin für Städtepartnerschaften über die
Aktivitäten mit den Partnerstädten Mamers, Scarlino, Rodewisch und Elek, wo
dieses Jahr eine Delegation aus Gerolzhofen und Mamers mit den Bürgermeistern
beider Städte an dem Welttreffen der ehemaligen deutschen Einwohner teilnahm.
Nächstes Jahr gehe die Partnerschaft mit Mamers in das 35. Jahr. Weiter ging
Hippeli kurz auf die Sanierung des VG-Gebäudes mit der Schaffung eines
Bürgerbüros ein.
Wolfgang
Mößlein ging auf die städtischen Finanzen, die Altstadtsanierung und auf die
Leserbriefe zum Leader plus-Projekt ein. Besonders die Gewerbesteuer habe im
aktuellen und im letzten Jahr die Ansätze weit übertroffen. Allerdings müsse
die Stadt nächstes und übernächstes Jahr einen großen Teil dieser Mehreinnahmen
wieder über die Kreisumlage abliefern. Zudem stünden Ausgaben in Millionenhöhe
für die Erneuerung alter Wasserleitungen, Straßenerneuerung und Investitionen
in die Altstadtsanierung an. Zu den Leserbriefen über den Ausstieg aus dem
Leader plus-Programm bemerkte Wolfgang Mößlein, dass es den Verantwortlichen
nicht gelungen sei, den Stadtrat von der Nachhaltigkeit der geforderten
Marketingmaßnahmen zu überzeugen.
In den
zahlreichen Diskussionsbeiträgen forderte unter anderem Hubert Barth den
Radwege-Lückenschluss nach Bischwind. Rudi Schulz regte an, den
fußgängerfreundlichen Plattenbelag in der Kirchgasse auch vor der Sakristei zu
verlegen. Zum Schluss gab KAB-Vorsitzender Hugo Markert die nächsten Termine
bekannt.
Weitere Informationen: LAG
Main-Steigerwald