geo-net
![]()
![]()
%20Runder%20Tisch%20Energie-Natur%202007-Dateien/image002.gif)
Berichterstattung über die Veranstaltung in der Mainpost:
Mainpost /
Gerolzhofen 22.04.2007
Von
grünen Lungen bis hin zum Solarstrom
Eine stattliche Zahl von Bürgern war der
Einladung von Bürgermeisterin Irmgard Krammer und des Natur- und
Umweltreferenten des Stadtrates, Thomas Vizl, zu einem Runden Tisch in Sachen
Umwelt, Natur und Energie ins Bürgerspital gefolgt. Zum Einstieg und als
Diskussionsgrundlage für die nachfolgende Aussprache hatte Vizl eine umfangreiche
Power-Point-Präsentation vorbereitet.
Vizl zeigte
zunächst den „Energiehunger“ weltweit und in Gerolzhofen auf. Positiv stellte
er heraus, dass der Anteil der erneuerbaren (regenerativen) Energie bei der
Überlandzentrale Lülsfeld als örtlichen Strom- und Energieversorger bei 21
Prozent liege (bundesweit 11,8 Prozent). Im ÜZ-Verteilnetz stammen ferner 3,58
Prozent aus Photovoltaikanlagen (bundesweit nur 0,3 Prozent).
Durch eine
Umrüstung der Leuchtmittel in den Straßenlampen im Jahr 2005 konnte der
Stromverbrauch im Stadtgebiet um 68000 kWh reduziert werden, was in etwa dem
Stromverbrauch von 20 Einfamilienhäusern entspricht.
Im Hinblick
auf die Gewinnung von Photovoltaikstrom habe die Stadt Dachflächen in der
Kläranlage zur Verfügung gestellt und die Gründung einer Solarstromgesellschaft
gefördert. Investitionen in private Photovoltaik-Anlagen wie etwa auf dem Dach
der Schreiner Markert fördern ebenfalls das Handwerk und sichern Arbeitsplätze,
so Vizl. Eine Photovoltaikanlage auf einem Feld zwischen Rügshofen und
Mönchstockheim sei in der Planungsphase.
Was die
Kraft-Wärme-Kopplung (effizientere Nutzung der Energie, weniger CO-Ausstoß)
betrifft, so werde in der Kläranlage das Klärgas in einem Blockheizkraftwerk
verbrannt. Dabei werden Strom und Wärme erzeugt. Die elektrische Energie wird
in das Stromnetz der ÜZ eingespeist, die Wärmeenergie wird in der Kläranlage
genutzt.
Am besten
für die Umwelt, weil schadstofffrei, ist natürlich immer die Energie, die
überhaupt nicht verbraucht, also etwa durch Dämmung von Gebäuden, dichte
Fenster und Türen, Raumlüftung oder die Optimierung von Heizungsanlagen
eingespart werde. Als Maßnahmen seitens der Stadt erwähnte Vizl hier die
Dämmung der Fassaden der Hauptschule, den Austausch ungeregelter Heizungspumpen
oder die Erneuerung von Heizungsanlagen
Im Geomaris
als dem größten Energieverbraucher der Stadt Gerolzhofen werde bereits seit 1990
ein Blockheizkraftwerk BHKW) zur gekoppelten Erzeugung von elektrischem Strom
und Wärmeenergie eingesetzt. Der Stadtrat beschloss ferner im Juli 2006 ein
Maßnahmenpaket zur Sanierung und Energieeinsparung am Geomaris. Der CO-Ausstoß
konnte dadurch um elf Prozent gesenkt werden.
In die
Verbesserung der Abwasseranlagen in der Stadt Gerolzhofen wurden in den
vergangenen Jahren rund 4,7 Millionen Euro investiert. Dies sei ein
entscheidender Beitrag zum Gewässerschutz wie auch die Regenwasserversickerung,
sei es auf öffentlichen oder privaten Grundstücken.
Unter dem
Motto „Grüne Stadt“ verwies der Natur- und Umweltreferent des Stadtrates unter
anderem auf den Grüngürtel Allee, private Gärten als grüne Lungen, Bäume in
Stadt und Flur, Fassadenbegrünung, die im Süden der Stadt im Bereich der
Nützelbachseen geschaffene Naherholungszone oder die Renaturierung des
Volkachbaches im Stadtgebiet.
Zur
Mobilität beigetragen habe der Ausbau des Radwegnetzes in die umliegenden
Ortschaften.
Am Ende
ging es darum, was von Stadt, Privatpersonen, Vereinen oder Konsumenten auf dem
Gebiet des Umwelt- und Naturschutzes sowie dem Energiesektor getan werden
könne. Vizl brachte dabei unter anderem einen Grüngürtel „West“ von den
Nützelbachseen bis zur Weißen Marter ins Gespräch.
Mainpost /
Gerolzhofen 22.04.2007
GEROLZHOFEN
(NOVO)
Nicht in
eine Richtung
Beim Runden
Tisch in Sachen Umwelt, Natur und Energie, zu dem Bürgermeisterin Irmgard
Krammer und der Natur- und Umweltreferent des Stadtrates, Thomas Vizl, ins
Bürgerspital geladen hatten, ging es in der Diskussion vor allem um
grundsätzliche oder weitere Möglichkeiten, die sich auf lokaler Ebene anbieten
könnten.
Die
Quintessenz war, dass es gilt, viele Möglichkeiten zu nutzen und nicht „blind“
in eine bestimmte Richtung zu gehen. Würden etwa alle Stilllegungsflächen
wieder zum Anbau von Biomasse herangezogen oder der Wald über Gebühr
„abgeerntet“ sei dies auch nicht gerade von Vorteil für Natur und Tierwelt,
zumal die Erzeugung von Biomasse durch Landwirte in Konkurrenz zu der von
Lebensmitteln trete.
Der
Energieberater der Unterfränkischen Überlandzentrale in Lülsfeld, Bernhard
Bedenk, warb vor allem dafür, die am 11. Januar 2007 im Landratsamt Schweinfurt
gegründete Energieagentur Schweinfurter Land, Tel. (0 97 21) 55743, und ihren
kostenlosen Service massiv in Anspruch zu nehmen. Deren Zweck ist die Förderung
von Maßnahmen zum umweltverträglichen und sparsamen Energieeinsatz im
Landkreis. So sollten sich die Bürger umfassend beraten lassen, wenn es etwa um
eine neue Heizung oder die Wärmedämmung gehe, um eine ganzheitliche Betrachtung
des Hauses zu erhalten.
Eine
Biogasanlage könne irgendwann auch für das Geomaris Sinn machen, möglicherweise
in einem Verbund mit Krankenhaus oder anderen städtischen Einrichtungen.
Die Stadt
nutzte die Möglichkeit, um Werbung für den von ihr geförderten Zisternenbau zur
Trinkwassereinsparung sowie die Errichtung von Photovoltaikanlagen zu
betreiben. Eine neue größere Anlage entstehe auf dem Dach der Grundschule, wozu
wie schon im Hinblick auf die Anlage auf den Dächern der Kläranlagengebäude
wieder eine Solarstromgesellschaft gegründet werde, mit der Möglichkeit für die
Bürger als Gesellschafter beizutreten und Anteile zu zeichnen. In diesem
Zusammenhang wurde als weiteres positives Beispiel herausgestellt, dass
Mitglieder des Feuerwehrvereins den Bau einer Photovoltaikanlage auf dem
Feuerwehrhaus-Dach planen.
Ferner ging
es u. a. darum, wie Kinder und Jugendliche mehr mit der Umwelt- und
Energie-Thematik konfrontiert und in sie einbezogen werden können.
Weitere Informationen: www.gerolzhofen.de