geo-net
Aktuelle Themen siehe auch:
Zukunft für die Bahnstrecke
SW-GEO-KT gesichert?
siehe auch: Sonderfahrten zum
Weinfest 2007
14.10.2007
Mainpost KITZINGEN
Bekenntnis für den Erhalt der Nebenbahn
Wichtig für die Entwicklung der Stadt
(lsl) Die Nebenstrecke der Bahn
von Etwashausen nach Schweinfurt ist wichtig für die weitere Entwicklung der
Stadt im Bereich des Flugplatzes. Die Stadt spricht sich deshalb für den Erhalt
der Strecke aus.
Diese Botschaft hat der
Finanzausschuss des Stadtrats in Richtung Landrätin Tamara Bischof gesandt. Der
Beschluss des Ausschusses, den der Stadtrat in einer Woche wohl bestätigen
wird, ist die Grundlage für Gespräche. Die will die Landrätin mit der
Bayerischen Regionaleisenbahn (BRE) über den Erhalt der Strecke führen.
Im Ausschuss waren sich die
Stadträte einig, dass die Kommune interessiert sein müsse, den Bahnanschluss zu
behalten. Vor dem Hintergrund der künftigen Entwicklung der Flächen der
ehemaligen Harvey Barracks (Flugplatz) will die Stadt die Option auf einen
Bahnanschluss nicht aufgeben. Das vor allem, weil für diese Flächen Nutzungen
durch Logistikunternehmen mit viel Verkehr erwartet werden.
Die Landrätin hatte die Stadt um
die Stellungnahme gebeten, weil ein Gespräch über die Zukunft der Strecke
ansteht. Die Strecke, die von der Deutsche Bahn AG an die Deutsche Regionaleisenbahn
bzw. die bayerische Tochter, verpachtet wurde, führt derzeit eher ein
Schattendasein. Es sind nur noch Höchstgeschwindigkeiten von 30
Stundenkilometern möglich. Etliche Bahnübergänge und deren automatische
Sicherungseinrichtungen funktionieren nicht mehr. Bei Fahrten ist deshalb
erheblicher Personaleinsatz nötig. Dazu kommt eine Sperrung zwischen Kitzingen
und Großlangheim, weil die Strecke mit Kampfmitteln verseucht sein könnte.
Zum Besuch von Toni Hofreiter in GEO:
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FOTO N. Vollmann
Über die Bemühungen zur Reaktivierung
der Bahnstrecke von Schweinfurt nach Kitzingen ließ sich der Verkehrsexperte
von Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag, Anton Hofreiter (Mitte), vom
Sprecher der Interessengemeinschaft Steigerwaldexpress, Dietmar Parakenings
(rechts), und geo-net-Stadtrat Thomas Vizl (links) informieren. Zum Programm
gehörte auch die Besichtigung des Bahnhofs in Gerolzhofen.
Aus Mainpost Gerolzhofen
03.10.2007:
GEROLZHOFEN
IG setzt jetzt auf die Schiene „Holzverladung“
Rückendeckung und Unterstützung
für die Bemühungen zur Wiederbelebung der Eisenbahnnebenstrecke
Schweinfurt-Gerolzhofen–Kitzingen gab es jetzt für die Initiatoren vom Obmann
von Bündnis 90/Die Grünen im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestags, Anton
Hofreiter. Der Nürnberger Bundestagsabgeordnete machte auf einer Rundreise quer
durch Nordbayern Station in Gerolzhofen.
Als Gesprächspartner standen
Hofreiter der Sprecher der Interessengemeinschaft (IG) Steigerwaldexpress,
Dietmar Parakenings (Prichsenstadt) sowie aus Gerolzhofen geo-net-Stadtrat
Thomas Vizl und Birgid Röder (geo-net und Mitglied des Schweinfurter
Kreisvorstands der Grünen) zur Verfügung.
Dietmar Parakenings stellte vor
allem die Bemühungen der IG in den Mittelpunkt seiner Ausführungen, zunächst
einmal wieder einen regelmäßigen Güterverkehr zwischen Kitzingen-Etwashausen
und Gochsheim aufzunehmen.
Hoffnung ruht auf Holzverladung
Die Hoffnung ruht hierbei im
Moment hauptsächlich auf der Holzverladung. Im hiesigen Raum bestehe nicht
zuletzt nach dem Wegfall der Möglichkeit in Ebrach im Moment reges Interesse
seitens von Forstbetrieben und -firmen, die Stämme wieder per Schiene mit der
Bahn zu transportieren, so Parakenings. Gerolzhofen könnte dabei als
Hauptumschlagspunkt fungieren, da hierfür am hiesigen Bahnhof noch sowohl ein
Umsetz-, als auch ein Ladegleis vorhanden sind.
In Richtung Güterverkehr zielt
auch eine große Runde Mitte Oktober, zu der die IG potenzielle Kunden und
Eisenbahnverkehrsunternehmen eingeladen hat, um diese möglichst
zusammenzuführen.
Ein weiterer Schritt zur
Reaktivierung der Bahn könnte eine touristische Nutzung nach dem Vorbild der
Mainschleifenbahn sein. Allerdings beschränkt man sich in Sachen
Personenbeförderung im Augenblick auf die Organisation und Durchführung von
Sonderfahrten, wie zuletzt mit den Regio-Shuttle-Zügen der Erfurter Bahn
anlässlich des Weinfestes in Gerolzhofen.
Letztere Initiativen können nach
Ansicht der IG Steigerwaldexpress allerdings nur exemplarisch sein und die
Strecke nicht retten. Deshalb der Plan und Versuch, die Nebenstrecke zunächst
über die Wiederbelebung des Güterverkehrs zu erhalten.
Ein Punkt, der die Bemühungen zur
Wiederbelebung des Steigerwaldexpress neuerdings wesentlich behindert, ist die
Sperrung des Abschnitts zwischen Großlangheim und Kitzingen-Etwashausen für den
Zugverkehr durch die Deutsche Regionaleisenbahn (DRE) wegen vermuteter
„Blindgänger“ in der Nähe der Trasse, die noch von der Bombardierung des
Flugplatzes in Kitzingen im Zweiten Weltkrieg herrühren. An dem so genannten
„Bombenverdachtsfall“ sind erst gerade die am 14. Oktober geplanten
Sonderzugfahrten zur Kirchweih in Etwashausen und dem verkaufsoffenen Sonntag
in Kitzingen gescheitert. Der Altlasten-Fall „ruht derzeit bei der
Eisenbahnaufsicht.
Dietmar Parakenings befürchtet nun,
dass ein langer Gerichtsstreit darüber entstehen könnte, wer die Kosten für die
Suche nach eventuellen Blindgängern übernimmt und der IG solange die Hände
gebunden sind. MdB Hofreiter sagte diesbezüglich seine Bereitschaft zu, hier
beim Eisenbahn-Bundesamt schriftlich nachzuhaken oder, falls nötig, einen
offiziellen parlamentarischen Antrag zu stellen.
geo-net-Stadtrat Thomas Vizl
beklagte, dass die Strecke von der Deutschen Bahn systematisch heruntergefahren
worden sei. Jetzt gelte es zunächst einmal die verbliebene Infrastruktur des
Güterverkehrs zu erhalten, die Gerolzhofen seit über 100 Jahren ans
Schienennetz anbindet. Vizl: „Wir wissen nicht wohin die Verkehrs-Reise geht.
Irgendwann könnte der Schienenanschluss mittel- oder langfristig etwa bei Firmenansiedlungen
für eine Kleinstadt wie Gerolzhofen wieder ein entscheidendes Kriterium und
strukturpolitischer Vorteil werden“.
Birgid Röder brachte als
zusätzlichen Aspekt zur Sprache, durch eine reaktivierte Bahn zu bestimmten
Stoßzeiten entlang der Strecke die Schülerbeförderung in überfüllten Bussen
entlasten zu können.
Einig waren sich alle
Gesprächsteilnehmer mit MdB Hofreiter darin, dass die Deutsche
Regionaleisenbahn (DRE) ein Problemfall sei, mit dem man in Sachen
Strecken-Wiederbelebung nicht weiter komme. Eine Alternative sei, eine eigene
Gesellschaft zu gründen, um die Strecke zu pachten, oder aber zu versuchen,
andere Eisenbahnverkehrsunternehmen ins Boot oder hier besser gesagt, in die
Lok zu holen.
Toni Hofreiter stellte mit Blick
auf steigende Rohölpreise und den zu senkenden CO•-Ausstoß fest: „Für eine
Region oder eine Gemeinde, die über die nächsten Jahre hinausdenkt, ist es
entscheidend, eine vorhandene Bahnstrecke zu erhalten“.
Transrapid als Geld-„Staubsauger“
Leider gehe die Entwicklung im
Moment in die falsche Richtung. So drohe der ländliche Raum durch den Bau der
Transrapid-Strecke in München abgehängt zu werden, da dieses Groß- und
Prestigeobjekt die Gelder des Bundes für den Regionalverkehr im Freistaat wie
ein Staubsauger aufsaugen würde.
Kritik übte Hofreiter an der
Bayerischen Staatsregierung auch im Hinblick auf die Verwendung der Mittel in
Höhe von einer Milliarde Euro für die Regionalisierung des
Schienenpersonennahverkehrs aus. 200 Millionen würde Bayern gar nicht ausgeben,
während in Bundesländern wie Baden-Württemberg oder Rheinland-Pfalz das Geld
unter anderem für die Reaktivierung von Nebenstrecken verwendet würde.
Von unserem Redaktionsmitglied
Norbert Vollmann
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