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Bäume in der Stadt
Bereits einige Tage nach der
Veröffentlichung des Stadtratsbeschlusses wurde die Weide gefällt. Schade...
Aus der Mainpost,
Lokalseite Gerolzhofen vom 06.06.2008
GEROLZHOFEN
Todesurteil für die Trauerweide
Gerolzhofen (fi)
Noch steht sie, die mächtige Trauerweide an der Einmündung des Rotkreuzwegs in
die Hermann-Löns-Straße. Doch ihr Ende ist besiegelt, denn der Stadtrat hat in
nichtöffentlicher Sitzung entschieden, den Baum fällen zu lassen. Grundlage für
diese Entscheidung war ein Baumgutachten von Gärtnermeister Helmut Hauck aus
Hundelshausen. Dieses besagt, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten,
müsste der Baum unverzüglich um 30 Prozent zurückgeschnitten werden. Der
Stadtrat entschied sich stattdessen aber gleich für eine Fällung. An die Stelle
der etwa 30 Jahre alten und 15 Meter hohen Weide soll aber ein „Ersatzbaum“
kommen. In der Bevölkerung gab die Zukunft des markanten Baumes Anlass zu
kontroverser Diskussion. Laut Bürgermeisterin Irmgard Krammer wünschen
Anlieger, den Baum zu entfernen. Andererseits hatte zum Tag des Baumes eine
Bürgergruppe eine kleine Veranstaltung im Schatten der Weide für den Baum
abgehalten.
Standpunkt:
Sicher gibt es gute Gründe einen stattlichen Baum zu
fällen. Der Wichtigste ist die Sicherheit der Passanten. Allerdings muß auch
versucht werden, die markanten Bäume durch eine entsprechende Pflege zu
erhalten.
Bäume erfüllen in Städten vielfältige Funktionen:
Sie produzieren Sauerstoff, binden Stäube
und verringern damit schädliche Immissionen, sie spenden Schatten und feuchten
trockene Stadtluft an.
Alte, große Bäume sind dabei kleinen,
jungen Bäumen weit überlegen.
Sie bieten mit Asthöhlen und rissiger
Borke nicht nur zahlreichen Singvögeln und Insekten Unterschlupf, sondern auch
Nahrung.
Ihr ortsbildprägender Charakter wird
heutzutage in allen Landschaftsplänen betont.
So mancher alte Baum hat Dichter und
Denker inspiriert.
An markanten Bäumen hängen die
Erinnerungen der Bewohner.
Stattliche, markante Stadtbäume sind
Denkmäler der Natur und damit Baudenkmälern gleichzustellen.
Leider werden in Gerolzhofen Bäume immer noch oft als
störend empfunden. Ohne großes Aufsehen wird ihr Verschwinden organisiert. Aber
was wäre Gerolzhofen ohne seine alten Bäume? Wie sähen beispielsweise die
Alleen oder der Friedhof ohne diese schönen Naturdenkmäler aus?
Durch sinnvolle Baumschnittmaßnahmen könnte so mancher Baum
erhalten bleiben. Daß dies bei gutem Willen möglich ist, beweist der Baum an
der Ecke Schallfelder Straße / Lülsfelder Weg.
Da die Hermann-Löns-Straße demnächst ausgebaut wird, wäre es
möglich durch bauliche Maßnahmen das neuerliche Einwachsen von Wurzeln in die
Kanalleitungen zu verhindern und somit Schäden bei den Anwohnern zu verhindern.
Baumpaten stehen auch schon bereit, die sich um die Pflege des Baumes kümmern
würden.
Am Tag des Baumes haben Bürgerinnen und Bürger sowie
Kinder aus Gerolzhofen ein Signal gesetzt. Die Mehrheit des Stadtrates hat
dieses Signal überhört. Lediglich 2. Bürgermeister Erich Servatius hat sich mit
mir gegen das Fällen des Baumes ausgesprochen.
Thomas Vizl, Natur- und Umweltreferent des Stadtrates
Lebet
wohl,
geliebte Bäume!/
Wachset in die Himmelsluft.
Tausend liebevolle Träume/
schlingen sich durch euren Duft/
Doch was steh ich und verweile?/
Wie so schwer,
so bang ist's mir?/
Ja, ich gehe!
ja, ich eile!/
Aber, ach!
mein Herz bleibt hier.
Joh.Wolfg.v.Goethe
Siehe auch
Tag des Baumes