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Diskussion
Starke Argumente!
"Zentrum-Nachhaltigkeit-Wald“
„Füllhorn“ über den Steigerwald?
Die Bayer. Staatsregierung gab
am 18.10.2011 bekannt, daß das
„Nachhaltigkeitszentrum Wald“ nach Handthal kommen wird.
Es sollen hierfür Finanzmittel von ca. 3 – 3,5 Millionen Euro aus
Haushaltsmitteln des Freistaates Bayern für die nächsten Jahre bereitgestellt
werden.
Weiterhin werden ca 8 Millionen Euro aus dem Förderprogramm Leader+
bereitgestellt um weitere Projekte im Steigerwald zu initieren.
Hierzu gehört auch die Förderung eines Baumwipfelpfades
auf dem Radstein im Staatsforst bei Ebrach, der von
privaten Investoren gebaut werden soll.
Grundsätzlich ist es
begrüßenswert, wenn die CSU-FDP-Regierung in München den lange vernachlässigten
Steigerwald entdeckt und fördert. Aufgrund der strukturellen Defizite und der demographischen
Probleme droht die Region Steigerwald zu veröden und langsam auszubluten. Neue
Konzepte wurden von bei der heftigen Diskussion über einen möglichen
Nationalpark Steigerwald dringend angemahnt. Die Staatsregierung hat auf diesen
Druck aus der Region reagiert und ein kleines „Füllhorn“ über den Steigerwald
ausgeschüttet. Daß es sich bei Leader+ um ein
europäisches Programm handelt und somit auch die Finanzmittel von dort kommen,
macht dies der Regierung deutlich leichter.
Die Euphorie bekommt
allerdings einige Dämpfer:
1.
Zur Erlangung von Fördermitteln aus Leader muß ein erheblicher Eigenanteil aufgebracht werden.
Mindestens 50 Prozent, in der Regel erfahrungsgemäß sogar bis zu 70 Prozent
müssen von den noch zu suchenden Investoren selbst aufgebracht werden.
2.
Die Mittel sind nur für die Erstinvestition. Der spätere
Unterhalt, die Reparaturkosten und die Kosten aus dem Betrieb der Einrichtungen
z.B. für Personal werden nicht bezuschußt. Für das
Nachhaltigkeitszentrum soll als Betreiber ein Verein gegründet werden, dem
möglichst viele Kommunen beitreten sollen und die die Finanzierung übernehmen.
Auch die Stadt Gerolzhofen wird sicherlich aufgefordert werden, „ihren Beitrag“
zu zahlen.
3.
Durch diese Fördermittel werden neue Attraktionen „hochgezogen“,
deren Folgefinanzierung später bei der Region hängen bleiben.
Gleichzeitig ist die bisher größte Attraktion des nördlichen Steigerwalds, das Geomaris
mittelfristig von der Schließung
bedroht, da die Kleinstadt Gerolzhofen die erforderlichen 7,5 Millionen
Euro für eine unbedingt erforderliche Generalsanierung dieser Einrichtung
niemals alleine aufbringen kann.
Das ist aus meiner Sicht keine nachhaltige Politik!
Ich habe mich in diesem
Sinne am 23.10.2011 an Staatssekretär Gerhard Eck gewandt.
Mit Schreiben vom 28.10.2011
(siehe unten) wurde mir aus dem Innenministerium mitgeteilt, daß mein Schreiben dem zuständigen
Landwirtschaftsministerium zur Kenntnis gegeben wurde. Ich würde zu gegebener
Zeit Nachricht erhalten.
Meine Forderung an die
Staatsregierung:
-
Bevor neue, teure, zusätzliche Einrichtungen geschaffen
werden, muß die Sanierung des Geomaris
als wichtigster Freizeit-, Sport- und Schulsporteinrichtung im nördlichen
Steigerwald mit mehr 250.000 Besuchern im Jahr gesichert werden. Hierzu
benötigt die Stadt Gerolzhofen mehr als 5 Millionen Förderung.
-
Ein Nachhaltigkeitszentrum in Handthal
braucht einen öffentlichen Personennahverkehr. Hierzu ist eine Vernetzung des
ÖPNV Oberfranken und des ÖPNV Unterfranken erforderlich. Busse, die von Bamberg
bisher nur nach Ebrach fahren, müssen zukünftig über Oberschwarzach nach
Gerolzhofen und an die touristisch gut erschlossene Mainschleife weitergeführt
werden, ebenso in umgekehrter Richtung. Die Reaktivierung der Steigerwald-Bahn
Schweinfurt-Gerolzhofen-Kitzingen als Anschluß an das
Bahnnetz, zumindest für eine touristische Nutzung, ist zu überprüfen.
-
Der geplante 2FrankenRadweg von Würzburg über Volkach, Gerolzhofen, Handthal,
Ebrach-Burgebrach-Pettstadt nach Bamberg braucht eine
Trägerschaft. Diese Trägerschaft soll die Vermarktung (Internetpräsenz, Werbematerial,
Messeauftritte usw) des zukünftigen Premiumradwegs
übernehmen. Hierdurch kommen Radwanderer in die Region. Diese Trägerschaft ist
in den nächsten Monaten zu klären, so daß die Eröffnung des Wegs spätestens 2014 stattfinden kann.
Thomas Vizl
Mitglied des Stadtrats von
Gerolzhofen
Schreiben am 23.10.2011 von
Thomas Vizl an Staatssekretär Gerhard Eck (Auszüge):
…. Die Wahl Handthals
als Standort für das Nachhaltigkeitszentrum ist eine Chance für Oberschwarzach
und für die Region um Gerolzhofen, auch wenn sicherlich die Enttäuschung in Michelau und Rauhenebrach relativ
groß sein wird. Zusammen mit einem Baumwipfelpfad in
Ebrach wird die touristische Attraktivität des Bereichs Gerolzhofen-Ebrach
wesentlich gestärkt werden. Mit dazu beitragen wird auch der geplante
2FrankenRadweg von Würzburg nach Bamberg, der über Volkach,
Gerolzhofen, Handthal, Ebrach, Burgebrach, Pettstadt führen wird.
Die Diskussion über einen
Nationalpark wird damit aber nicht beendet sein, da aus meiner Sicht auch
unbestreitbare Vorteile durch die Einrichtung eines Nationalparks sich ergeben
könnten. Leider fehlen bis heute die erforderlichen umfangreichen
Untersuchungen der Vor- und Nachteile.
Für mich noch recht schwammig
ist die „Nachhaltigkeit“ des Zentrums in Ebrach und der verbundenen
Einrichtungen. Nach der Anschubfinanzierung (3 Mio) durch die Staatsregierung soll ein Verein die
Trägerschaft und den Betrieb des Zentrums übernehmen. Die Kommunen sollen im
Verein Mitglied werden und Kosten übernehmen.
Ich bin immer für eine regionale
Zusammenarbeit eingetreten und hätte auch, ein vernünftiges Konzept
vorausgesetzt, kein Problem dem in Gerolzhofen zuzustimmen. Obwohl das Geld in
Gerolzhofen sehr knapp ist und sich der Gemeinderat von Oberschwarzach aktuell
gegen jede Unterstützung für das Geomaris ausspricht.
Wie sollen wir allerdings den Gerolzhöfer Bürgerinnen und Bürgern erklären, daß die Stadt wahrscheinlich in den nächsten Jahren das Geomaris schließen muß (da
sie die Mittel für die erforderliche Sanierung nicht aufbringen kann) und
gleichzeitig neue Einrichtungen mit dauerhaftem Zuschußbedarf
geschaffen werden? Es wäre nach meiner Ansicht vernünftiger und nachhaltiger
die Einrichtung Geomaris, die jährlich von mehr als
250.000 Besucher aus der Region und darüber hinaus besucht wird, zu erhalten
und zu sanieren, als neue dauerhaft zu subventionierende Einrichtungen zu
schaffen.
Gibt es eine Chance Leadermittel
auch für die Sanierung des Geomaris einzusetzen? Dies
wäre m.E. sehr vernünftig und zum Nutzen der Region. …