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Am Start
bei den Hörnauer Seen wies Beate Glotzmann darauf hin, dass
das Bayerische Umweltministerium mit diesem Tag die Bevölkerung für die
Landschaft sensibilisieren möchte. Erich Rößner vom Bund Naturschutz Bayern
leitete die Wandertour. Der Begriff Hörnau setze sich aus den Wörtern Hörn
(Sumpfbereiche) und Auen (Flächen, die vom höchsten Hochwasser von der
"Volkach" erreicht werden) zusammen. Dazu gehören Wald- und
Flussbereiche, die im Frühjahr überflutet waren.
Vor mehr als zehn
Jahren wurde dieses Naturschutzgebiet mit 170 Hektar, zum Großteil
Waldflächen, ins Leben gerufen. In ihm gibt es auch Sanddünen, die entweder
durch den Wind oder durch Flüsse entstanden sind.
Deswegen ist auch in
den benachbarten Ortschaften, wie Herlheim oder
Alitzheim, Spargelanbau möglich. Die Böden im Auenbereich sind gut
fruchtbar, und der Humus ist sehr nährstoffreich. Das zeigt ein großes
Gurkenfeld in der Hörnau.
"Der Mensch
versucht die Landschaft so zu lassen, doch die Geologie geht weiter",
erklärte Erich Rößner. Beim Eingang in das Naturschutzgebiet mit dem
Silberbach, der früher die Hörnau überschwemmte, zeigen sich feuchte Wiesen
mit fruchtaren Bedingungen, Ackerland und der
Wald, mit Erle, Esche, Ulme, Eiche und verschiedenen Sträuchern wie etwa
dem der Haselnuss.
Weiter führte die
Entdeckungsreise in den Hörnauer Wald. Es handelt sich in erster Linie um
ein Sumpfgelände mit magerer Sandvegetation. In der Vergangenheit wurden
dort Schilf- und Waldtorf abgetragen, so dass auf
diese Weise der so genannte "ungetreue See" (in Trockenzeiten
kein Wasser) entstanden ist. Es sind auch noch Spuren aus dem Mittelalter
zu finden, wie zum Beispiel verschiedene Vertiefungen und Mulden, gebildet
durch Sandabbau. Quer durch den Wald zieht sich ein Graben, bei dem es sich
vermutlich um einen Entwässerungsversuch von Mönchen aus der damaligen Zeit
handelt.
Im Rahmen
ordnungsgemäßer Forstwirtschaft werden auch größere Flächen abgeholzt. Dies
müsste aber im Naturschutzgebiet eingeschränkt
werden. "Holz sollte", so Rößner, "nur vereinzelt geschlagen
und entnommen werden." Ein Vorteil der Abholzung ist allerdings, dass durch die künstlich veränderten Lichtverhältnisse
andere Vogel- und Pflanzenarten zu finden sind. Im so genannten Auwald sind
riesige Eichen zu finden. Außerhalb befinden sich die "fetten
Wiesen". In der heutigen Landwirtschaft wird der Futterbedarf
allerdings nicht mehr durch das Gras der Wiesen, sondern hauptsächlich
durch den Maisanbau gedeckt.
Da es sich aber seit
Anfang der 90er Jahre um ein Naturschutzgebiet handelt, wird der Einsatz
von Drainagen verhindert. Dadurch bleiben die Wiesen mit ihren
Feuchtbiotopen erhalten. In und um diesen idyllischen
Gewässern sind Wasserminze, Binsengewächse und auch die
Armleuchteralge, eine Wasserpflanze aus der Zeit der Dinosaurier, zu
finden. Die Wiesen werden nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht. Dadurch
finden nicht nur Gras, sondern auch verschiedene Kräuterpflanzen ihren
Lebensraum. Eine Graspflanze wird von sechs verschiedenen Insektenarten
genutzt. Beim Aussterben unterschiedlicher Grasarten wären Nutzung und
Lebensraum vieler Kleintiere bedroht
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