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Bund Naturschutz besichtigt Nützelbach-Seen
Über die Umgestaltung des
Nützelbaches und der Seen informierten sich Mitglieder des Bund Naturschutz in
Gerolzhofen. Der Sprecher der Ortsgruppe, Erich Rößner, konnte bei der Begehung
Stadtbaumeisterin Petra Schöllhorn, den Umwelt- und Naturschutzreferenten des
Stadtrates, Thomas Vizl, sowie Anwohner aus der Nachbarschaft des
Erholungsgebietes begrüßen.
Stadtbaumeisterin Petra
Schöllhorn erläuterte den Teilnehmern den aktuellen Stand der Baumaßnahmen, die
in einigen Wochen beendet sein sollen. Allerdings können Pflanzaktionen und
Aussaat erst nach Ende der Trockenperiode im Herbst oder im nächsten Frühjahr
erfolgen.
Stadtrat Thomas Vizl ging auf die Ziele der Maßnahme ein:
Naturschutz mit Freiräumen für Pflanzen und Tierwelt durch eine Renaturierung
des kleinen Nützelbaches, Erholungsfunktion für die Gerolzhöfer Bevölkerung und
Spielmöglichkeiten für Kinder am Bach: „Planschen und Spielen am oder im Wasser
sei hier ausdrücklich erwünscht“.
Der Wasserspiegel des unteren Sees hat noch nicht den endgültigen
Pegel erreicht, der obere See kann aufgrund der akuten Trockenheit des Sommers
noch nicht gefüllt werden. Da eine Aussaat einer Wiese in dieser Jahreszeit
nicht möglich ist, erfolgt zur Zeit eine für Botaniker interessante natürliche
Sukzession, das heißt eine natürliche Entwicklung der Pflanzenwelt auf einer
Brachfläche. Auch Schulen nutzen dieses biologische Schaufenster im Unterricht.
An Teilflächen entlang des Baches hat sich auch bereits eine interessante
Vielfalt an Pflanzen eingestellt. Der neue untere See wird bereits von einer
Entenfamilie sowie vielen Fröschen bewohnt. Im kommenden Jahr werden sich
sicherlich noch weitere Bewohner einstellen.
Im Vergleich zu den früheren Fischteichen haben die beiden
Seen bei geplanten Wasserstand mit bis zu zwei Meter eine größere Tiefe, so daß
sie sich im Sommer nicht so stark erwärmen werden, was der Wasserqualität zu
gute kommen wird. Hierzu trägt auch der sich entwickelnde Bewuchs am und im
Wasser bei. Ebenso ist die Wasseroberfläche im Vergleich zu den alten Seen
kleiner, so daß die Wassermenge des kleinen Baches hoffentlich auch bei
Trockenzeiten ausreichen wird.
Kritisch äußerten sich anwesende Anwohner zum derzeitigen
Bild der Baumaßnahme. Sie wünschen sich auch eine häufigere Pflege der
öffentlichen Flächen entlang ihrer Grundstücksgrenzen. Aufgrund der begrenzten
Personalkapazitäten des städtischen Bauhofs und der Stadtgärtnerei seien die
Möglichkeiten der Stadt, häufigeren Grasschnitt durchzuführen, begrenzt.
Der Bund Naturschutz sieht
in der Maßnahme Renaturierung Nützelbach einen
kleinen aber wichtigen Schritt für die Erhaltung der Natur in Bereich der Stadt
Gerolzhofen. Bach- und Flußauen sind ein wichtiger Rückzugsraum für Pflanzen
und Tiere in einer ansonsten sehr intensiv genutzten Flur und einer wachsenden
Versiegelung von Flächen im besiedelten Bereich. Am Nützelbach
entsteht eine optimale Kombination aus Naturraum, Erholung und Freiraum für
Kinder.