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Gerolzhofen
(NN) In einer gemeinsamen Sitzung von CSU-Stadtratsfraktion und
CSU-Vorstandschaft stand unter anderem das Thema "Stolpersteine"
auf der Tagesordnung. Dabei wurde einmütig festgestellt, dass der
Alternativ-Vorschlag der CSU, Schrifttafeln am Gedenkstein in der
Schuhstraße anzubringen, der bessere Weg sei.
Bürgermeisterkandidat Wolfgang Mößlein betonte
zu Beginn der Sitzung im Gasthaus Wilder Mann, die CSU Gerolzhofen lege ein
"klares Bekenntnis gegen das Vergessen" ab. Auch 70 Jahre nach
der Deportation von Juden aus Gerolzhofen und ihrer Ermordung in den
Konzentrationslagern der Nationalsozialisten dürften diese menschenverachtenden
Taten nicht in Vergessenheit geraten. Die Stadt Gerolzhofen habe aus diesem
Grunde bereits vor einigen Jahren in der Nähe der ehemaligen Synagoge einen
Gedenkstein errichtet.
Das derzeit eher unscheinbare Umfeld dieses Denkmals in der Schuhstraße
ließe sich allerdings optisch noch mehr aufwerten, heißt es dazu in einer
Pressemitteilung der CSU Gerolzhofen. Neben notwendigen gärtnerischen
Gestaltungsmaßnahmen regt die CSU an, Schrifttafeln mit den Namen der
Deportierten gut sichtbar am Gedenkstein anzubringen bzw. sie eventuell im
Rasen des kleinen Gärtchens einzulassen.
Im Gegensatz zu den angeregten "Stolpersteinen" vor Anwesen,
in denen einst Juden wohnten, habe der Alternativvorschlag der CSU den ganz
klaren Vorteil, dass die vollständige Namensliste aller deportierten
Gerolzhöfer zur Geltung komme, während man bei der Aktion
"Stolpersteine" davon ausgehen könne, dass nicht alle
betreffenden Hauseigentümer einem solchen Stein vor ihrem Haus zustimmen.
Und dies hätte dann zur Folge, dass einige Namen von Deportierten gleichsam
unter den Tisch fallen würden.
Zudem sieht die CSU Gerolzhofen die Gefahr, dass Hauseigentümer, vor
deren Anwesen ein solcher Stein gesetzt würde, in
"Rechtfertigungszwang" kommen könnten. Heutige Hauseigentümer könnten
so in den Geruch kommen, von der Deportation und der Ermordung der früheren
jüdischen Hausbesitzer profitiert zu haben, und dies auch dann, wenn es
geschichtlich bewiesen tatsächlich nicht so war beziehungsweise das
Hauseigentum in der Zwischenzeit schon mehrfach gewechselt hat.
Sowohl die CSU-Stadträte als auch die CSU-Vorstandsmitglieder waren
einmütig der Ansicht, dass Namenstafeln am schon bestehenden
Juden-Gedenkstein in der Schuhstraße hier der eindeutig bessere Weg seien,
um dauerhaft und in würdiger Weise an die Ermordeten zu erinnern. Die
CSU-Fraktion werde diese Meinung auch im Stadtrat vertreten und einen
breiten Konsens hinsichtlich dieser Art und Weise des Gedenkens anstreben.
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