geo-net
06.01.2010
Beitrag zum
Klimaschutz
geo-net – Leitantrag zur Förderung erneuerbarer Energien in
Gerolzhofen
Trotz
des Scheiterns der Klimakonferenz in Kopenhagen müssen die Anstrengungen für
den Klimaschutz intensiv weiter verfolgt werden. Für geo-net
haben hier die Kommunen eine besonders wichtige Aufgaben.
Sie müssen – gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern und Gewerbe und
Industrie – die notwendigen Schritte einleiten und umsetzen. Auch die Stadt
Gerolzhofen soll – so geo-net - ihren Beitrag zum
Klimaschutz und zur Verringerung von Energieimporten leistet.
Geo-net-Stadtrat Thomas Vizl hat deshalb einen Antrag
eingebracht, der Maßnahmen zur Energieeinsparung (Energetische Sanierung
städtischer Gebäude mit Dämmung, Erneuerung der Fenster, Austausch ungeregelter
Heizungspumpen usw.) umfaßt. Vizl stellt fest, daß viele Maßnahmen hierzu bereits eingeleitet wurden,
möchte aber in Zukunft weitere derartige Maßnahmen nach Haushaltslage
durchführen.
Der
zweite und konkretere Teil des Antrags beschäftigt sich mit der Nutzung
erneuerbarer Energien. Geo-net schlägt hier vor,
konkrete Festlegungen hinsichtlich Photovoltaik und Windkraft für die Stadt und
die Flur zu treffen.
Stadtrat
Thomas Vizl: „Ziel der Stadt muß es sein, innerhalb
eines Zeitraums von 10 bis maximal 20 Jahren, die Energiemenge, die im
Stadtgebiet verbraucht wird, nahezu zu 100 Prozent durch erneuerbare Energien
zu erzeugen.“ Daß dies auch möglich ist, begründet
der Natur- und Umweltreferent des Stadtrates durch folgende Berechnung: Rechnet
man die jährlichen Stromverbrauch Deutschlands auf die Einwohnerzahl Gerolzhofens um, so könnte bereits mit 5 Prozent der Gerolzhöfer Flurfläche ein beachtlicher Teil der
elektrischen Energiemenge erzeugt werden. Der tatsächliche Stormverbrauch
in Gerolzhofen liegt aber deutlich unter dem deutschen Durchschnittswert, so daß auch geringere Flächen ausreichen oder zukünftig auch
die Mobilität mit Elektroautos eingerechnet werden kann. Neben der Photovoltaik
sollen auch die Windkraft und Biomassenutzung nicht ausgeschlossen werden.
Je
nach Größe der Anlagen können bis zu 80 Prozent der elektrischen Energie aus
Anlagen der erneuerbaren Energien gewonnen werden. Weiter wachsen sollen auch
Solaranlagen auf Hausdächern in der Stadt. Vizl wendet sich gegen die Absicht
des Denkmalschutzes Photovoltaik- und Warmwasseranlagen in der Innenstadt aus
Gründen des Stadtbildes generell zu verbieten. Hier soll die Stadt im Einzelfall
entscheiden, was Priorität hat. Für geo-net
wünschenswert sind auch weitere Bürger-Solarstromanlagen (zwei gibt es bereits),
bei denen die Stadt eigene Dächer zur Verfügung stellt und Bürger investieren.
Der Stadt entstehen daraus keine Kosten, Bürger die selbst keine eigene geeigneten Flächen besitzen, können sich beteiligen.
Begrenzung: Maximal 5
Prozent der Flur für Freiland-Photovoltaikanlagen
Damit
das Landschaftsbild der Flur erhalten bleibt, soll – neben einer Begrenzung auf
maximal 5 Prozent der Flur für Photovoltaikanlagen –
für die Standortwahl eine Analyse vorgenommen werden, bei der die Kriterien der
Eignung für Photovoltaik, landwirtschaftliche Wertigkeit des Grundstücks und
Landschaftsbild beachtet werden sollen. Nur für die ausgewählten Gebiete würde
sich der Stadtrat bereit erklären, einen Bebauungsplan zu erstellen.
„Wir
müssen Regelungen treffen, daß neben der Umwelt auch
Landwirte, Grundstückseigentümer und die Stadt selbst einen Vorteil aus der
Energiewende ziehen können. Das Geld, das mit Energie verdient wird, soll zukünftig
in der Region bleiben und nicht in den Erdgas- und Erdölförderländern oder zu
den Energiemultis abfließen“. Deshalb sollen Investoren aus Gerolzhofen und der
VG vorrangig berücksichtigt werden. Ist das nicht möglich, soll mit der
Firmensitzgemeinde eine Aufteilung der Gewerbesteuereinnahmen vereinbart
werden. Vizl fordert auch verbindliche Regelungen für den späteren Rückbau der
Anlagen, nachdem die Nutzung zur Energieerzeugung entfällt. Im Freiland soll wieder
Acker- oder Grünland entstehen. Einen Wildwuchs und eine nachhaltige Zerstörung
der fränkischen Landschaft soll somit Einhalt geboten werden.